Hallo! Guten Morgen! Guten Tag!
Mußt Du demnächst zur Musterung? Oder zur „Eignungsprüfung“? Oder bist Du schon gemustert und „tauglich“ für den „Dienst am Vaterland“? Weißt du schon, wie Du Dich dazu stellst? Zum Bund gehen? Als Kriegsdienstverweigerer Zivildienst machen? Überlegst Du, keinen dieser beiden Zwangsdienste ableisten zu wollen (Totalverweigerung)?
Eine Entscheidung darüber triffst Du – aber vielleicht können wir Dir mit diesem Brief ein paar neue Denkanstöße geben; jedenfalls versuchen wir es.
Wir – das sind ein paar Männer, die sich aus verschiedenen Gründen zusammengetan haben, um dem Kreiswehrersatzamt in Marburg einen Brand zu stiften, die Bundeswehr zu sabotieren. Wir sind gegen jedes Militär, weil es ein Instrument der Herrschaft ist, Interessen mit Drohungen, Mord und Totschlag durchzusetzen. (Mehr dazu weiter unten.)
Deinen Namen und Deine Adresse haben wir aus dem Kreiswehrersatzamt gestohlen, weil wir ihn für die Verschickung dieses Briefes brauchten. Aber keine Panik, wir garantieren: Keine Vertreterbesuche. Wenn wir eine glükliche Hand hatten, ist es uns gelungen, die dort lagernden Akten zu vernichten. Mit viel Glück sind die Dateien schwer zu rekonstruieren und das Kreiswehrersatzamt liegt eine Zeitlang lahm – was für dich bedeutet, etwas mehr Zeit zum Nachdenken zu haben.
Beim Verfassen dieses Briefes ist uns klar geworden, daß es uns nicht leicht fällt, mit Leuten schriftlich zu „diskutieren“, wie wir nicht mal kennen; und dabei Dinge verständlich darzustellen, die teilweise auf recht komplizierte Art mit anderen Sachverhalten verwoben sind. Wir wissen nicht, ob uns das Halbwegs gelungen ist; einiges haben wir aus unserer Sicht beschrieben, vieles bleibt unerwähnt. Sei also etwas nachsichtig mit uns, wenn nicht alles verständlich rüberkommt und manches etwas platt klingt.
„Zur Führungsaufgabe der Bundeswehr gehört, die Soldaten mit dem Tod vertraut zu machen!“ (Naumannn, Generalinspekteur der Bundeswehr, zitiert nach Spiegel 15/92). Wir sollen uns daran gewöhnen, daß der Fronteinsatz deutscher Rekruten in immer größere Nähe rückt, daß „unsere“ Soldaten damnächst kämpfen und morden sollen und natürlich auch ermordet werden. Als Wehrerfaßter betrifft Dich dies ganz direkt!
„Deutschland hat mit seiner Geschichte abgeschlossen, es kann sich künftig offen zu seiner Weltmachtrolle bekennen und soll diese ausweiten.“ (Kohl in seiner Regierungserklärung vom 30.1.91). Die Formalitäten dazu sind weitgehend erledigt – die Pläne stehen, der Umbau der Bundeswehr läuft. Es geht nur noch darum, die Bevölkerung psychologisch auf Kriegseinsätze vorzubereiten, denn noch ist sie nicht so richtig auf Vordermann gebracht. Die nicht ganz berechenbaren Massenproteste und die sprunghaft angestiegenen Kriegsdienstverweigerungszahlen während des Golfkriegs und die Meinungsumfragen über „Out-of-area-Einsätze“ der Bundeswehr deuten jedenfalls darauf hin. Deshalb wird uns – zur besseren Gewöhnung – der Weg zum Fronteinsatz häppchenweise serviert:
- Stationierung des Oldenburger Luftwaffengeschwaders an der türkisch-irakischen Grenze
- Beteiligung der Bundeswehrluftwaffe an Aufklärungsflügen über dem Irak als Vorarbeit für die Bombardierung militärischer und ziviler Ziele
- Minensuchboote der Bundesmarine im persischen Golf
- Sanitätssoldaten werden zum Einsatz nach Kambodscha abkommandiert
- Einsätze der Bundesmarine und des BGS zur Überwachung der Sanktionen gegen Jugoslawien
- usw.
- bis zum vorläufigen Höhepunkt: der Einsatz von 1700 Bundeswehrsoldaten in Somalia unter deutschem Kommando.
Parallel dazu werden wir über die Medien regelrecht überschwemmt mit der „Debatte“ darüber, daß weltweite Einsätze „unserer Mannen“ das Gebot der Stunde seien. Wortverbiegungen in bester Politiker-Manier wie: Krisenmanagement, chirurgische Eingriffe, peace-keeping, peace-enforcing usw., die das, was tatsächlich dahintersteckt, auf furchtbare Art verharmlosen, tun ihr Übriges.
Für diesen Propagandafeldzug sind die Kriege in Jugoslawien und Somalia Gold wert: das angesichts der Fernsehbilder über Hunger, Massenvergewaltigungen, Tod und Elend aufkommende Gefühl „Da muß doch was getan werden!“ wird derart verwurstet, daß die Bundeswehr als Samariterverein dargestellt wird. Großformatige Anzeigen in den Zeitungen (Die Engel von Phnom Penh; Ja, Menschlichkeit; Ja, Sicherheit) sollen zukünftige Militäreinsätze als das hinstellen, was sie gerade nicht sind – als einen Akt der Mitmenschlichkeit. In Somalia wurde der Blauhelmeinsatz anfangs als ein Kampf gegen den Hunger – verursacht durch rivalisierende „Banden“ dargestellt. Und schrittweise wurde daraus eine Kampfansage an die Bevölkerung, bei der Bombardierungen von Wohnvierteln mit hunderten von Toten zur „humanitären“ Normalität gehören. Der wahrscheinlich vorzeitige Abzug der Bundeswehr aus Somalia wird jedoch an den Absichten der deutschen Kriegsstrategen nichts ändern.
Wir sehen, daß es einen kleinen Teil der Welt gibt, der von Reichtum und Wohlstand überzogen ist, während der große Teil der Welt mehr als weniger am Hungertuch nagt. Das liegt nicht etwa daran, daß die einen Völker klug sind und die anderen zu blöd, sondern an den internationalen Machtverhältnissen. Tatsache ist, daß die reichen Länder dieser Welt (bei denen die BRD an der Spitze rangiert) ein vielfältiges Instrumentarium haben und auch nutzen, um diesen Zustand zu erhalten. Über Einrichtungen wie Weltbank, Internationaler Währungsfond, Wirtschafts-, Militär-, „Entwicklungs“hilfe und anderes mehr werden die armen Länder zu einem politischen und wirtschaftlichen Handeln erpreßt, welches sowohl den Wohlstand der Reichen als auch die Armut der Armen vergrößert.
Wir sehen, daß die Rüstungsindustrie (die BRD ist der drittgrößte Rüstungsexporteur weltweit) sich eine goldene Nase verdient, indem sie in Zusammenarbeit mit dem Staat ihre „Qualitätsprodukte“ in alle Welt verkauft. Daß es sowohl die Firmenspitzen als auch die Regierung einen Dreck interessiert, was diese Geschäfte für Folgen haben, zeigt die Praxis immer wieder. Hauptsache, der Profit und die politische Einflussnahme auf den Empfänger stimmen.
Wir sehen, daß viel von dem Elend, der Armut, dem Tod in den Ländern der sogenannten 3. Welt zusammenhängt mit der Politik, die hier gemacht wird. Die Folge davon ist, daß den Menschen dort ihre Lebensgrundlage entzogen wird – rießige Flüchtlingsströme sind weltweit unterwegs. Den wenigen, die es schaffen, sich bis in die BRD durchzuschlagen in der Hoffnung, in einem der reichsten Länder der Welt wenigstens minimale (Über-)Lebensvoraussetzungen zugestanden zu bekommen, wird von feisten vollgefressenen Politikern erklärt „Das Boot ist voll!“. Und sie werden kurzerhand wieder außer Landes befördert, oder von echten Deutschmännern bzw. organisierten Faschisten bedroht, geschlagen, erstochen, totgetreten, angezündet.
Wir sehen, daß es für das Kriegführen gegen andere Völker eine notwendige Voraussetzung ist, wenn in der eigenen Bevölkerung eine vorurteilsbeladene, ablehnende, rassistische Haltung gegenüber zukünftigen möglichen „Feinden“ besteht. Als in den letzten Jahren von den PolitikerInnen damit begonnen wurde, Stimmung zu machen gegen „Asylschmarotzer“ und „Wirtschaftsasylanten“ (also: Flüchtlinge = unerwünschte AusländerInnen), da fiel das auf fruchtbaren Boden. Denn schon vorher wurden hier Menschen nichtdeutscher Herkunft mit einer gehörigen Portion Verachtung bedacht. „Gastarbeiter“ wurden sie genannt, und: Spanjockels, Spaghettis, Kümmeltürken, Knoblauchfresser, die zu nichts besserem als Müllmänner und Dreckwegmacherinnen zu gebrauchen sind – und genauso wurde vielerorts mit ihnen umgegangen. Nachdem nun der alte Feind, die Gefahr aus dem Osten, gebannt ist, muß ein neuer Feind her. Dafür infrage kommen alle Völker, die im Besitz sogenannter strategisch wichtiger Rohstoffe sind. Und wir meinen, daß u.a. aus diesem Grund ein Bild von z.B. der arabischen Welt gezeichnet wird, in dem die Menschen von dort als verschlagen, terroristisch, irre, – eben: gefährlich erscheinen. Andere Völker werden mit entsprechend anderen Attributen ausgestattet, und da werden die „Farbigen“ zu einer „Rasse“ von „Dummbeuteln“, die sich gegenseitig nur abschlachten können und ansonsten zu blöde sind, für ihre Ernährung zu sorgen.
Wir sehen, daß wir als Männer eine besondere Rolle in diesem „Spiel“ einnehmen. Männer sind die Herren der Gewalt (und der Welt). Dabei ist weniger die Tatsache wichtig, daß wir einen Schwanz zwischen den Beinen baumeln haben, wesentlich ist das Denken!
Wir glauben nicht daran, daß wir per Geburt dazu auserkoren sind, die gesellschaftlich bestimmende Macht zu sein; über Frauen und andere unter uns stehende Männer zu bestimmen oder zu herrschen: Männer (und Frauen) werden gemacht! – von Menschen, die ihre Lektion bereits gut gelernt haben. Von klein an werden wir dazu erzogen, „richtige“ Männer zu werden. Als Spielkameraden schießen wir uns mit dem Colt gegenseitig nieder, lernen durch unsere Umgebung, daß wir uns durchsetzen sollen, im Falle eines Falles eben mit Gewalt. Wir sind erzogen, unsere Ellbogen zu gebrauchen, gegeneinander zu konkurrieren und möglichst dabei zu gewinnen, nicht zu heulen, wenn uns danach zumute ist, Schmerzen tapfer zu ignorieren und unsere Gefühle zu beherrschen. Furchtlos sollen wir sein, nach Macht über andere streben, herrschen, aber auch uns gegenüber „Höherstehenden“ unterzuordnen und Befehle/Anweisungen zu befolgen. Als „Herren der Schöpfung“ glauben wir immer zu wissen, wo es lang geht. Den Platz, den wir für uns beanspruchen, gestehen wir meist anderen (z.B. Frauen und Flüchtlingen) nicht zu. Unser Handeln sollen wir nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern vom Kopf. Wir dürfen auch ruhig mal aggressiv werden und Probleme mit Prügeln lösen. Frauen werden erobert und unterworfen. Wärme und Zuneigung, Geborgenheit und Zärtlichkeit sollen wir nur bei Freundinnen suchen, auf keinen Fall bei unseren Freunden. Richtige Männer sind hart gegen sich und andere. Schwächen dürfen nicht gezeigt werden, und alle Eigenschaften, die als „weiblich“ angesehen werden, gelten als verachtungswürdig. Hat ein Junge das alles in sich hineingefressen (gut gelernt), wird er mit dem Prädikat „ganzer Mann“ ausgezeichnet; hat er nicht gut gelernt, wird er dafür als Waschlappen, Memme, schwul, weibisch und Schlappschwanz verachtet.
Dieses gesellschaftlich anerkannte Bild von Männern hat zur Folge, daß es zwar streckenweise ganz schön mühsam ist, die Anforderungen, die an ihn gerichtet werden, zu erfüllen. Aber die Besserstellung, die Bevorteilung, die Machtpositionen – die Privilegien, die seine gesellschaftliche Stellung mit sich bringt, sind das Zuckerbrot, mit dem die Peitschenhiebe der „Zurichtung zum Mann“ mehr als versüßt werden. Und es sind nicht nur die männlichen Privilegien, die das gesellschaftliche Miteinander prägen. Die Tatsache, daß in der BRD nahezu alle drei Minuten eine Frau vergewaltigt wird, das erschreckende Ausmaß von sexuellem Kinder“mißbrauch“, die bis unters Dach belegten Frauenhäuser, in denen Frauen Schutz vor ihren prügelnden Männern finden können, usw. sind ein paar Beispiele, die zeigen, von wem Gewalt und Unterdrückung ausgehen.
Die Erziehung zum Mann hat keine örtliche oder zeitliche Begrenzung. Was im Elternhaus und um Kindergarten begonnen wurde, das setzt die Schule, die Kirche, die Jugendgang, Lehre oder Uni und die Maloche fort. Es liegt auf der Hand, daß solcherart vorgeprägte Menschen fast ideale Voraussetzungen bieten zum „Dienen bei der Truppe“ und das Militär setzt dem Ganzen nocheinmal die Krone auf. In der „Schule der Nation“ kriegen die Rekruten ihren letzten Schliff verpaßt. Und am Kreiswehrersatzamt kommt kein Mann vorbei! Die Erfassung und anschließende Musterung ist total und die für „tauglich“ Befundenen werden später in den Kasernen zu Spezialisten der Gewalt ausgebildet, inklusive Gehirnwäsche, bei der das Bild vom richtigen Mann nochmal ausgebaut und verfestigt wird. Mit Befehl und Gehorsam, Drill und Druck werden die Kanten der eigenen Persönlichkeit weggehauen.
„Kommt ein Mann in die Kaserne, wird ihm der Privatbereich entzogen. Selbst meine Kleidung wird gegen die Uniform eingetauscht. Dort treten sie nicht nur an ihn heran, sondern in ihn hinein. So erfährt der Mann eine für ihn bestimmte Zurichtung, die bis über die Leistungsgrenze hinausgeht. Diese Überschreitung der Grenze wird bis zur Besinnungslosigkeit praktiziert. Den Druck, die Entmenschlichung und Entwürdigung in der allgemeinen Ausbildung zum soldatischen Mann vordergründig ertragen zu können gilt als „mannhaft“ und ist somit positiv besetzt. Dieses Ertragen ist jedoch nur die Fassade, hinter der der unerbittliche Kampf gegen die eigenen Schwächen und alles „unmännliche“ geführt wird. Die Verinnerlichung dieser kaputten Selbstdisziplinierung und Unterwerfung funktioniert bei auch noch nicht so weit untenstehenden weißen Männern in der Gesellschaft darüber, daß ihnen Macht über Frauen und „Farbige“ zugestanden und ihnen suggeriert wird, Herr über die eigene Person und Schwachheit zu sein. Mit anderen Worten: Die männlichen weißen „Sklaven“ akzeptieren die Existenz von Hierarchisierung und patriarchalen Gewaltstrukturen insofern, als daß sie selbst Herr sein wollen oder können. Diese Akzeptanz macht jeden Mann zum permanenten Täter! Der soldatische Mann, hart gegen andere und sich, ist ein gesellschaftliches Leitbild. An diesem Leitbild verlaufen die Orientierungen von Jungen und Männern.“ (Flammende Herzen 1991).
„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann!“
Was tun?
Neben der Möglichkeit, zur Bundeswehr zu gehen, kannst Du Dich auch für den Dienst ohne Waffe entscheiden. Die DFG/VK (Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner) bietet Information und Beratung an (gibts auch in Deiner Stadt).
Wenn Du für die Totalverweigerung offen bist, weil Du sowohl der Bundeswehr, als auch dem Zivildienst ablehnend gegenüber stehst, wird Dir die DFG/VK sicherlich Adressen von Totalverweigerergruppen/-initiativen geben können. Diese solltest Du dann auf jeden Fall aufsuchen und gemeinsam mit ihnen beratschlagen, wie dieser Weg für die aussehen könnte.
Wir können und wollen Dir in dieser Frage keine Ratschläge erteilen. Beide Wege haben so ihre Tücken. Zum Zivildienst: Wenn Männer soziale Dienste machen wollen, ist das gut und zu begrüßen; und natürlich sind soziale Arbeiten allemal sinnvoller als strammstehen, marschieren und morden zu lernen. Es ist jedoch ein Unding, wenn diese Arbeiten erzwungen sind und mit Dumping-Löhnen bezahlt werden. Das liegt daran, daß viele soziale Dienste (z.B. Altenpflege) keine wirklich anerkannten Arbeiten sind. Unterbezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen sind in diesem Bereich nicht unüblich. Es kann Dir durchaus passieren, daß Du feststellen mußt, wie kalt, funktional und hierarchisch die Arbeit an, mit und für andere Menschen organisiert ist. Für uns ist es eine offene Frage, ob der Zivildienst das Militär infrage stellt oder nicht. Klar ist jedoch, daß er im „Spannungsfall“ (offizielle Bezeichnung) ein Kreigsdienst ohne Waffe ist.
Zur Totalverweigerung: Unser Herz schlägt aus politischen Gründen für die Totalverweigerung und wir träumen davon, daß tausende von Männern sich dem staatlich verordneten Zwang zu Dienen widersetzen und verweigern, aber wir wissen auch, daß eine solche kompromißlose Haltung gegenüber dem Militärdienst strafrechtliche Folgen hat (Geldstrafe, Bewährungsstrafe, bis zu mehreren Monaten Knast). Trotzdem wurden 1992 bundesweit ca. 400 Totalverweigerer gezählt. Wir glauben, daß die möglichen Folgen für Dich am besten zu bewältigen sind, wenn Du weißt, daß Freunde und Freundinnen hinter Dir stehen und Totalverweigerergruppen Dich aktiv unterstützen.
Wie immer Du Dich entscheidest, ob Du zum Bund gehst, Zivildienst leistest oder totalverweigerst: Wehren kannst Du Dich überall und vielfältig! Wir glauben nicht an Sprüche wie „das ist eben so, da kann man nix machen“. Wir können sehr wohl was machen! Indem wir die Verantwortung für das eigene Denken und Handeln übernehmen. Wir können genau hingucken, wo wir im Alltag unsere Männlichkeit beweisen sollen; wo andere uns zu deutschen Herrenmenschen (-männern) machen wollen – und uns dem verweigern. Mehr noch: Wir können uns solidarisch zu all jenen verhalten, die durch die deutsche Männerherrlichkeit angegriffen und ausgegrenzt werden.
Verweigern wir uns der Gefolgschaft von Militär und Patriarchat!
So, genug der Worte, wir sagen Dir hiermit Tschüß und wünschen Dir auf Deinem Weg das Allerbeste.
(Weihnachts-)Männer gegen Befehl und Gehorsam / Flammende Herzen
Dezember 1993