Zum Thema dieses Symposiums habe ich eine ziemlich „große“ These anzubieten. Sie ist ein Ergebnis meiner Forschungen vieler Jahre, korrespondiert aber mit den Bemühungen anderer Frauen im Bereich Frauenforschung und kritischer Patriarchatsforschung sowie mit denen einiger Männer, die inzwischen ähnliche Fragen stellen.
Auch aus dieser neueren Matriarchatsforschung kommen Erkenntnisse, die in dieser Hinsicht von besonderer Bedeutung sind, nämlich wenn wir uns ansehen, was es aus einer zivilisationsvergleichenden Perspektive eigentlich heißt, dass Krieg, Not und Katastrophen weltweit ins Unermessliche wachsen. Sie sind es, die das „Wachstum“ von heute ausmachen!
Wir müssen uns langsam fragen, woher das eigentlich kommt. Allein die Tatsache, dass die Opfer von Kriegen inzwischen vor allen Dingen die Zivilbevölkerung betreffen, und das sind zu 80 bis 90 Prozent Frauen, Kinder und alte Menschen, ist ja noch gar nicht interpretiert worden. Aber auch die Tatsache, dass alles, was passiert ist im letzten Jahrhundert, eigentlich das Gegenteil von dem ist, was angeblich passieren sollte, muss ja einmal ernst genommen werden: z.B. Unterentwicklung statt Entwicklung, die großen Welt-Kriege und auch danach immer mehr Armut und immer mehr Krieg statt weniger Armut und Krieg, kein Ende von Konflikten und kein Welt-Frieden, keine Einhaltung der Menschenrechte und keine wirkliche De-Kolonisierung.
Im Gegenteil, es ist genau umgekehrt. Alle Probleme nehmen zu, und der Krieg wird inzwischen für immer mehr Menschen zum Alltag. Es gibt seit den 70er-Jahren den Begriff der „low-intensity warfare“, also der Kriegführung „niedriger Intensität“, gewissermaßen des Krieges auf kleiner Flamme (z.B. Nordirland, Israel-Palästina, danach Afghanistan, heute vom Balkan bis zum Irak). Das hindert diejenigen, die diese Art der Kriegsführung organisieren, allerdings nicht daran, inzwischen auch zu operieren mit atomarer und nanotechnologischer Verseuchung durch abgereichertes Uran, das an vielen Dauerkriegsschauplätzen in den abgeworfenen Bomben steckt und das durch deren Explosion zur großflächigen Umweltverschmutzung der Luft, Böden und Gewässer führt, also die Kriegsfolgen buchstäblich zu verewigen (vgl. Günther 2000, Lengfelder 2009).
Kriege sind wieder „in“, die neoliberale Politik ist Kriegspolitik weltweit (vgl. Mies 2004). Das ist kein Zufall, denn sie hängen zusammen mit der sogenannten Sicherheit der Versorgung mit „Ressourcen“ wie Wasser, Öl und anderen Boden-„Schätzen“ (vgl. Klare 2001), sodass schon geopolitische Gründe, also Ressourcen-Abbaupläne und Transportfragen, zu Kriegen führen, die uns allerdings meistens anders erklärt werden (s. Chossudovsky 2002a). Angeblich wird ja dabei der Terror oder gar die Frauendiskriminierung – wie in Afghanistan – bekämpft.
Ich finde die Situation auch ohne Kriege inzwischen ziemlich dramatisch, denn die Natur hat angefangen, auf unser Handeln zu antworten. Ein Ökologe hat mir gesagt, dass die Natur rund 60 Jahre braucht, um auf das zu reagieren, was wir Menschen machen. Das heißt, wir befinden uns jetzt quasi erst in der Nachkriegszeit, nämlich im Jahre 1947. Das, was wir seitdem weltweit angestellt haben, kommt überhaupt erst noch. Ein Tsunami wird es werden.
Außer all dem findet auch noch eine globale Plünderung statt, eine Verwüstung des Globus im Namen des Profits. Tiere, Pflanzen, Landschaften und Menschen gehen daran ein. Auch aus diesem Grunde müssen wir endlich herausfinden, was das für eine Gesellschaft ist, die in beinahe jeder Hinsicht zum Gegenteil dessen führt, was sie immer ankündigt. Wieso eigentlich wird das Leben in unserer Welt-Gesellschaft ständig liquidiert, „flüssig“ gemacht, nämlich in Geld, Kapital, Waren und Maschinerie verwandelt (vgl. Werlhof 2007a)? Das Leben scheint das jedenfalls nicht zu mögen.
Ich betrachte daher, was geschieht, inzwischen nicht mehr nur als „Kollateralschaden“, sondern als Ausdruck einer veritablen Zivilisationskrise, einer Krise, die mit nichts Geringerem als der Weltzerstörung zu tun hat (vgl. Gore 2006). Und es gibt dafür keine offizielle Erklärung – jedenfalls hat die Moderne keine Erklärung dafür anzubieten, dass sie zum Gegenteil dessen führt, was sie angekündigt hat. Politiker, Intellektuelle, Wissenschaftler – niemand weiß warum, obwohl sie es dauernd messen. Denn im Messen sind wir gut. Aber was heißt es denn, wenn sich Ökonomie und Soziales oder Ökonomie und Ökologie grundsätzlich widersprechen (vgl. Chossudovsky 2002b)?
Wir müssen also anfangen, Konzepte zu finden, mit denen wir diese Entwicklung auch als längerfristige in den Blick bekommen. Sie müssen uns vor allen Dingen dabei helfen, in Erfahrung zu bringen, was angesichts der heutigen Situation zu tun ist, möglichst noch bevor ein „Kollaps“ (s. Diamond 2005) eintritt, den z.B. der Physiker Hans-Peter Dürr inzwischen für eine ausgemachte Sache hält (vgl. Dürr 2007).
Mein Vorschlag dazu ist ein erweiterter Kriegsbegriff (s. Werlhof 2009 und 2006a). Ein Krieg bricht nicht aus wie ein Vulkan, sondern Kriege sind eiskalt geplante Gewaltakte, die eine umfassende Organisation brauchen und nichts mit irgendwelchen Gefühls- oder Naturkatastrophen zu tun haben. Kriege hängen zusammen mit technischen, politischen und ökonomischen Kalkülen. Stichwort: militärisch-industrieller Komplex (vgl. Caldicott 2002). Sie hängen zusammen mit der Verfügung über ökonomische Ressourcen bzw. dem Mangel an solchen. Der Krieg ist damit nicht nur die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln (was Carl von Clausewitz, der preußische General und Militärtheoretiker, gesagt haben soll), sondern es ist umgekehrt: Politik ist vor allem die Fortsetzung des Krieges mit den gleichen und anderen Mitteln.
Der Krieg findet auch alltäglich sowie in den Köpfen statt. Alle möglichen Leute beteiligen sich an ihm: PolitikerInnen, UnternehmerInnen, WissenschaftlerInnen, Medienleute, Kirchenleute. Sie versuchen alle, einen Feind auszumachen, anstatt die wahren Ursachen, nämlich die Gründe für ihre eigene Feindseligkeit der Welt und dem Leben gegenüber zu untersuchen.
Kriege haben wir keineswegs immer schon, sondern erst seit wir Patriarchate in der Welt haben. Ungefähr vor 7000 Jahren fing der Krieg an (vgl. Dieckvoss 2003). Er bestand zunächst einmal in der Eroberung friedlicher, also unbewaffneter, matriarchaler (und das heißt nicht frauenbeherrschter, sondern herrschaftsfreier, egalitärer) Gesellschaften in aller Welt (vgl. Eisler 1993), z.B. auch in Mesopotamien, dem heutigen Irak. Da scheint, was unseren Teil der Welt anbelangt, das Ganze angefangen zu haben und es scheint dort auch wieder zu enden. Denn nach dem Irak-Krieg, wenn er denn irgendwann ein Ende haben sollte, wird dort sicher nie mehr jemand Krieg führen wollen.
Dem Krieg auf dem Fuß folgte schließlich die Staatsbildung, meistens in despotischer Form (vgl. Wittfogel 1977). Das beobachten wir die ganze Antike hindurch. Die antiken Weltreiche waren diejenigen, die den Staat als Herrschaftsform auf Dauer in Fortsetzung des Eroberungskrieges etabliert haben (s. Wolf 1994). Dies war eine völlig neue Form der gesellschaftlichen Organisation im Vergleich zu dem, was bis dahin in der Welt üblich war (soweit wir das wissen), nämlich gerade herrschaftslose (vgl. Göttner-Abendroth 1988), ja „staatsfeindliche“ Organisationsformen von Gesellschaft (s. Clastres 1976).
Der Staatsbildung als der Fortsetzung des Krieges im Inneren der eroberten Gesellschaft folgte die Ausdehnung des Territoriums durch weitere Kolonisierung. Auch das ursprünglich matriarchale „Alt-Europa“ ist kolonisiert worden, und zwar durch berittene und bewaffnete kriegerische Invasoren: Völker aus den Steppen Asiens, die sogenannten Kurgan-Leute (vgl. Gimbutas 1994). Zur Staatsbildung haben diese Eroberungen anfangs noch nicht geführt, aber dorch zur (Zer-)Störung der alten Ordnungen (vgl. Gimbutas 1996) und zur Beunruhigung großer Teile des Kontinents.
Mit der Kolonisierung Europas durch die Römer wurde das anders (s. Mies 2003). Mit ihnen kam auch ihre Staatsreligion, das Christentum. Die Zwangs-Christianisierung und -Feudalisierung Europas nahm ihren Lauf. Erst dann gab es neben dem Aufbau von politischer Macht und Herrschaft auch den Aufbau eines Zentral-Staates in unseren Breiten.
Man kann sagen, dass ab dem 11. Jahrhundert eine Zentralisierung der Macht angestrebt wurde, um eine Art zweites Römisches Reich zu errichten. Die ersten Institutionen, die dazu überregional tätig wurden, waren die katholische Inquisition und ein mit dieser kooperierender „weltlicher Arm“. Auf der Basis des organisierten Terrors von oben, der von der „Erfassung“ der Bevölkerung über das „peinliche“ Verhör, die oft jahrelange Folter und den manchmal jahrzehntelangen Kerker, bis zum Flammentod von Millionen Menschen reichte, wurden erst die sogenannten „Ketzer“ und dann vor allem Frauen als sogenannte „Hexen“ verfolgt und vernichtet (vgl. Federici 2004).
Die Unterwerfung der Bauern und Bäuerinnen, Handwerker und „weisen Frauen“ dauerte insgesamt 600 Jahre lang. Damit wurde das vor-patriarchale Erbe Europas weitgehend vernichtet, die Bevölkerung ihrer Selbstversorgung und -organisation sowie ihrer Produktionsmittel beraubt – der sogenannten „ursprünglichen Akkumulation“ –, auf Dauer in Angst und Schrecken versetzt (vgl. Delumeau 1985) und geschlechtlich gespalten.
Damit war der Weg frei für die neue Ökonomie, den Kapitalismus, für eine neue Wissenschaft, vor allem für die vom „Körper“ und von der „Natur“, und für eine neue politische Organisationsform, den modernen Nationalstaat (vgl. Opitz-Belakhal 2006), der allerdings damals (noch) kein neues Weltreich europäischer „Einheit“ hervorbrachte, aber die Grundlagen des „modernen Weltsystems“ (vgl. Wallerstein 1979) legte.
Die modernen europäischen Nationalstaaten beruhen nach wie vor auf den Institutionen, die aus dem Krieg gegen die europäische Bevölkerung stammen; der Gesetzgebung und Justiz, dem Polizeiapparat und Militär, der modernen Medizin und Naturwissenschaft, den Sozialwissenschaften und der modernen patriarchalen Kleinfamilie, die auf dem siamesischen Zwilling der modernen Ökonomie fußt, dem Lohnarbeiter und seiner unbezahlten „Hausfrau“ (vgl. Mies 1986).
Den Schrecken der Zerstörung und des Umbaus der europäischen Gesellschaften folgte die Aufklärung. Die Aufklärung ist für mich der Moment, in dem die „Vernunft“ bzw. „Ratio“ überall, auch außerhalb von kirchlicher und weltlicher Herrschaft, „nach unten“ durchgesetzt wurde. Diese Ratio sagt, dass Gewalt normal und notwendig ist und vernünftigerweise akzeptiert werden muss, und zwar gerade auch von denen, gegen die sie sich richtet (s. Kimmerle 1980). Dadurch steht die Ratio nicht im Gegensatz zum „Irrationalen“ der Vormoderne, wie sie, sich selbst rechtfertigend, behauptet, sondern birgt das Irrationale als die andere Seite der Medaille in sich selbst. (Das konnten wir später im Nationalsozialismus am besten erkennen).
Die Ratio ist ursprünglich der Kriegslogik zuzrechnen, einer Unterwerfungs- und Beherrschungslogik, einer Zwangslogik – der Logik, die dem Zwingen entstammt. Sie war nun aber nicht mehr nur mit der unmittelbaren Kriegsplanung und -durchführung im Inneren wie im Äußeren sowie mit der christlichen Mission und dem Machterhalt der Kirche verknüpft. Sondern sie wurde von nun an auch zum Modell des Alltagshandelns eines jeden in Arbeit und Technik, Politik und Wissenschaft. Diese Ratio ist zur „heiligen Kuh“ der westlichen Zivilisation und ihrer Bürger und Bürgerinnen als Individuen geworden (vgl. Kap.: Der Neoliberalismus und sein Menschenbild).
Neben dem Kriegs- ist also auch der Gewaltbegriff, insofern er zum Krieg gehört, neu zu definieren – und zwar als Gewalt, die nicht einfach im Affekt geschieht, sondern die „kalt“ ist, geplant ist und gewollt wird: „Denkgewalt“ (vgl. Ernst 1986, Einleitung). Auf diese Weise sind die Ratio der (Kriegs-)Planung und die Alltagsvernunft gleichermaßen auf dieselbe Orientierung an der „kalten“ Gewalt als Norm gesellschaftlichen Handelns zurückzuführen. Hier ist das Phänomen Eichmann angesiedelt.
Nicht zu vergessen ist, dass zur selben Zeit neben der „inneren“ Kolonisierung Europas die „äußere“ Kolonisierung, zunächst Amerikas, unternommen wurde.
Zur äußeren Eroberung gehört also die innere Hin- und Zurichtung, die anschließend weitere äußere Eroberungen ermöglichte. So hat die Eroberung immer zwei sich gegenseitig bedingende Seiten (vgl. Mies 1986), und der Krieg und die zu ihm gehörende Gewalt nehmen eine Form der Permanenz an.
Das sich im Inneren kolonisierende Europa trat also an, auch die Welt zu kolonisieren, nämlich gleichzeitig anderswo die Unterwerfung der bäuerlichen, handwerklichen und weiblichen Bevölkerung zu betreiben – mit prinzipiell denselben Mitteln wie „daheim“, inklusive der absurden Dämonisierung und Verfolgung indigener Frauen als „Hexen“ (vgl. Federici 2004).
Seit dem „langen 16. Jahrhunderts“ (Immanuel Wallerstein) wurde „durchgegriffen“ für eine neue Ordnung, nämlich die staatlich verfasste, in der alles geplant vor sich gehen und von den Unterworfenen als alternativlos, eben „vernünftig“, akzeptiert werden sollte. Hier stand die früh-patriarchale Staatsutopie eines Platon Pate (vgl. Platon 1973, Werlhof 2007c). Diese Ordnung sollte nach und nach in allen Bereichen der Gesellschaft durchgesetzt werden. Ich verweise dazu vor allem auf Ivan Illich, der die Analyse moderner Institutionen in einer Weise betrieben hat, die uns zeigt, dass und warum die letzteren grundsätzlich ganz und gar Unvernünftiges, ja das Gegenteil dessen hervorgebracht haben und weiter hervorbringen, was sie angeblich hervorzubringen angetreten sind (vgl. Illich 2006).
Die modernen Institutionen fingen nämlich an, „Monopole“ für den Umgang mit den Belangen der Menschen zu errichten, für die leiblichen Belange die Medizin, für die Verwaltungsbelange die Bürokratie, für die Erziehungsbelange die Schule. Ivan Illich nennt das Ergebnis „kontraproduktiv“ – die Medizin macht krank anstatt gesund, die Schule macht Bildung unmöglich, Entwicklung bewirkt Unterentwicklung. Die „Experten“ aus den Institutionen nehmen uns die Selbstbestimmung und Eigenmacht, sowie unsere „Gemeinheit“, also das, was wir immer noch gemeinsam haben, sodass eine Entmündigung stattfindet anstelle eines Mündig-Werdens und eine Vereinzelung als atomisierte „Individuen“, die ein Zusammenleben, eine „Konvivalität“, verunmöglicht.
Aus meiner Sicht ist dieses Ergebnis durchaus gewollt. Nur kann es natürlich nicht als Ziel verkündet werden, und diejenigen, die darauf hinarbeiten, können es sich selbst wohl meist nicht eingestehen, eben weil bürokratische Gewaltanwendung ja vernünftig sein soll.
Wir haben uns inzwischen an diese angebliche Normalität so gewöhnt, dass wir sie eigentlich gar nicht mehr als Gewalt (an-)erkennen. Die Kinder tun das noch und protestieren eine Weile, doch die Erwachsenen kümmern sich nicht um die Fragen, die darin zum Ausdruck kommen. Widerstand wird wie eh und je gebrochen.
Darin sehe ich die Probleme, die wir mit einem wirklichen Verstehen, mehr noch, mit einem Verändern dieser Gesellschaft haben.
Denn der Prozess der Gewalt rückt seit Jahrhunderten, wenn nicht seit Jahrtausenden von außen immer mehr nach innen, ins Innere vor und führt sogar dazu, dass eine zunehmende „Identifikation mit dem Aggressor“ geschieht. Wenn der Widerstand aussichtslos (geworden) ist, wie in „totalen Institutionen“, die keinen „Ausgang“ haben, wird der Widerstand aufgegeben und ein Anpassungs-, ja Akzeptanzprozess kann beginnen. Das führte z.B. dazu, dass Frauen des 18. Jahrhunderts sich selbst als „Hexen“ beschuldigten, autoritäre Regime begrüßt wurden (und werden), Selbsthass und Schuldgefühle wachsen, eine „Mimesis“, als eine „Anverwandlung“, an Gewaltverhältnisse stattfindet (s. Genth 2002), und wir uns selbst in Gewalttäter oder Opfer verwandeln (vgl. Renggli 1992, Gruen 2002). Die „autoritäre Persönlichkeit“ ist entstanden (vgl. Adorno 1999).
Schließlich kommt es sogar zu einer zunehmenden „Fetischisierung“ der Gewalt (vgl. Holloway 2006), d.h. die Gewalt wird als Problemlösungsinstrument nun perverserweise sogar von vornherein gewollt und nicht bloß – noch murrend – für vernünftig oder unausweichlich gehalten.
So bewirkt die Kriegs-Gewalt irgendwann einen allgemeinen Glauben daran, dass sie angewendet werden muss und der Krieg immer die „ultima ratio“ für die Beantwortung aller Fragen ist (vgl. Kap.: Thesen zu Frauen und Krieg – Was heißt „Krieg als System“?).
All dies ist katastrophal, weil es bedeutet, dass sich viele Menschen nicht mehr gegen Gewalt wehren können, sie überhaupt nicht mehr erkennen, es sei denn, sie kommt als „heiße“ Gewalt, als affektive daher.
Ebenso katastrophal sind die Tabubrüche, die nicht nur im Krieg, sondern auch davor und danach geschehen. Alltäglich kommt es zu Verletzungen und Verwundungen, sodass das Kontinuum zwischen Alltag und Krieg nicht mehr durchbrochen, kein wirklicher Friede eintreten und das schlecht Gemachte nie wieder gutgemacht wird oder werden kann (vgl. Werlhof 2006b).
In diesem Drama gibt es entsprechend auch keine Sieger, was inzwischen selbst die Militärforschung zugibt (vgl. Grossmann 1996), die sich mit Veteranen beschäftigt, die nicht mehr zurück in die Zivilgesellschaft finden. Denn die Tabubrüche, die etwa mit der Beseitigung uralter Tötungshemmungen begangen wurden und menschheitsgeschichtlich von großer Bedeutung sind, können nicht mehr aufgefangen, geschweige denn versöhnt werden. Der heimgekehrte Soldat erkennt sich selbst als Gewalttäter und kann nichts (mehr) dagegen tun. Es kann ihm auch nicht „geholfen“ werden, weil die Schuld, die er als Teil der Kriegsmaschine auf sich geladen hat, tatsächlich nicht wieder gutgemacht werden kann.
Dieses Dilemma wird bei uns nicht (an-)erkannt, denn dann müsste anerkannt werden, wie durch und durch gewalttätig unsere Gesellschaften sind. Da die Gewalt jedoch angeblich keine ist, da sie ja Vernunft ist, werden bisher keine Maßnahmen entwickelt, um der Tatsache zu begegnen, dass sie existiert und ungeplante, nicht gewollte und zudem außerordentlich dramatischen „Neben“-Folgen hat. Diejenigen, die mit Gewalt zu Gewalttätern gemacht worden sind, werden jedenfalls anschließend damit alleingelassen.
Wir können nur damit anfangen zu verhindern, dass das so weitergeht. Genau diesen Widerstand aber kann die Gesellschaft nicht zulassen, weil sie sich dann selbst infrage stellen würde.
Deswegen nenne ich dieses System, welches schließlich entstanden ist und dessen Durchsetzung und Verallgemeinerung wir heute erleben, ein „Kriegssystem„. Die Gesellschaft ist als Kriegssystem organisiert. Es ist eine Form der Organisation, die aus dem Krieg kommt und im Inneren weiterwirkt, bis es kein „Draußen“ mehr gibt, wie das Adorno genannt hat (vgl. Horkheimer/Adorno 1989).
Die Gesellschaft ist dann irgendwann gänzlich wie eine „Kriegsmaschine“ organisiert, bis der Krieg zum „reinen Krieg“ (vgl. Virilio/Lotringer 1984) wird, einem Zustand, in dem Ziviles überhaupt keine Rolle mehr spielt und der der Logistik des Krieges vollständig unterworfen ist, auch wenn gerade ein angeblicher Frieden herrscht.
Mit der neoliberalen Globalisierung erleben wir die Verbreitung dieses Kriegs-Systems in der ganzen Welt und seine Vertiefung bis hinunter in die Seelen, nun auch die der Frauen und Kinder.
Das ist der Moment, in dem wir jetzt endlich eine Bremse ziehen müssen. Es sei denn, wir wollen, dass die Beschädigung des Lebens, unser eigenes und das unserer Nachkommen eingeschlossen, weitergeht, und wir glauben, dem nichts entgegenhalten zu können.
Warum findet das alles statt? Es ist ja eigentlich völlig irrational und unlogisch, denn die Ratio von Erfassung, Unterwerfung und Beherrschung macht nicht nur krank, und zwar alle Beteiligten, sondern sie braucht auch einen Grund. Wozu Herrschaft als System, ja als Kriegs-System? Das ist menschheitsgeschichtlich ja gerade nicht vorgegeben gewesen. Denn es gab die meiste Zeit über und in den meisten Gegenden der Welt wesentlich klügere soziale Ordnungen.
Der Grund für unser Dilemma ist das, was ich „Patriarchat“ nenne (s. Werlhof 2006a). Das Patriarchat ist die Tiefenstruktur der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft. Ich bezeichne sie als kapitalistisches Patriarchat (vgl. Werlhof 2006c). Es ist die konkrete Weiterentwicklung einer Utopie, die darin besteht, ein Gesellschaftssystem anzustreben, das sich jenseits der naturgegebenen Ordnung, der Naturzyklen, sowie jenseits der Frauen bewegt. Patriarchat ist die Utopie von einer männergeschaffenen Schöpfung, einer „zweiten Genesis“ (s. Rifkin 1986), einem neuen „Paradies“, das auch ohne Mütter und ohne Natur existieren können soll (vgl. Werlhof 2003). Dafür sorgt der „technische Fort-Schritt“.
Die Neuzeit ist die Phase, in der diese Idee – die so alt ist wie das Patriarchat selbst und bei Platon schon vorkommt – umgesetzt wird in die Realität. Erst in der Moderne soll diese „gnostische“ Jenseitsfantasie, die Flucht vor den Schrecken, die Patriarchat und Krieg auf der Erde verbreitet haben (vgl. Sloterdijk 1991), beantwortet werden mit einem Projekt und einem Programm der Machbarkeit des „Denkbaren“, wie Platon sagt. Es ist jenes Denkbare, das gegen das „böse“ Irdische ein „gutes“ Jenseitiges fantasiert, das nun auf Erden auch noch materielle Wirklichkeit werden soll und angeblich kann.
Der Sieg des modernen technischen Fortschrittes, dieses „alchemistischen Wunderglaubens“ (s. Werlhof 2000), besteht darin, dass eine solche fiktive Welt tatsächlich für irdisch möglich gehalten wird. Anstatt also die Beschädigung und Vernichtung der Welt und ihrer Lebewesen zu beenden, wird ihnen eine „Alternative“ entgegengesetzt, nämlich ihre Ersetzung durch eine angeblich machbare Kunstwelt, die nichts mehr mit der realen Welt zu tun hat, ja deren Verschwinden auch noch voraussetzt (vgl. Jaeger 2008). Welch ein Lob der Gewalt!
Ich nennen dieses Projekt alchemistisch, weil für mich die Alchemie diejenige Wissenschaft ist, die mit der List gegenüber der Natur operiert und schon früh, nämlich bereits in der Antike, die Rationalität der Gewalt gegenüber der Natur (und den Frauen) als Klugheit, Raffinesse und Fortschritt behauptete. Die Natur wird entsprechend erst als zu überwindende, dann als böse und dämonisch und schließlich als bloßer lebloser Stoff – in der Tat, das Verfahren meint ja auch wirklich den „Tod der Natur“ (vgl. Merchant 1987) – definiert, sodass wir angeblich mit ihr machen können, was wir wollen. Die Natur wird in der Moderne ja nicht mehr als lebendig betrachtet, sondern als Mechanismus oder als Maschine, wie zuerst bei La Mettrie und Descartes (vgl. La Mettrie 1988, Descartes 1990), die die viel älteren alchemistischen Prinzipien übernahmen und „modernisierten“.
Es ist wie mit den Frauen: Die böse, dämonische, wilde „Hexe“ ist im Laufe des 17. Jahrhunderts langsam verschwunden. Sie ist getötet worden. Jetzt ist sie nur noch Körper – von corpus, der Leichnahm –, leblose „Materie“, Mutter-Stoff, „Hausfrau“, „schwach“, geistlos, willenlos, verfügbar.
Die angeblich gelungene Beherrschung der Natur-Stoff-Materie-Frau wurde ab dem Zeitalter der „Aufklärung“ vorausgesetzt. Sie sollte den Weg bereiten für die sogenannte „Vervollkommnung“ bzw. Ver-Wertung der Natur/Frau. Der Raubzug der Krieger sollte erweitert werden, um die Aneignung dessen zu sichern, was die alchemistische Transformation der Welt in einem neuen „Reichtum“ hervorbrachte und bis heute hervorbringt. So kann die Plünderung fortgesetzt werden: durchs Gold/Geld-Machen Leben/Waren-Machen und schließlich „Menschen“-Machen (vgl. Schmölzer 2005) oder gar ihren „Ersatz“ (vgl. Schirrmacher 2001).
Die Alchemie war der erste Versuch der Ratio, sich durchzusetzen, und auch der erste Versuch, das Maschinenprinzip zu formulieren, also die Zerteilung der Welt, d.h. der Mord an ihr, und die Neuzusammensetzung der Teile zur „Maschine“, die von außen mit „Energie“ angefüllt und gesteuert und damit scheinbar „belebt“ wird (vgl. Genth 2002).
Das wäre eine Technik-Debatte, die uns die Augen über uns selbst öffnen würde!
Das Komische ist, dass dieses Verfahren mit der Welt und dem Leben, das jetzt als Idee ein paar tausend, als Praxis aber erst zwei- bis vierhundert Jahre alt ist, in den Köpfen herumrumort, aber nicht hinterfragt wird. Dazu gibt es im Allgemeinen keine Theorie und keine Auseinandersetzung (vgl. ebd.). Im Gegenteil, dieses Verfahren wird vorausgesetzt, (un-)bewusst geglaubt, dient als „Erklärung“ und bald vielleicht als Entschuldigung für das, was wir der Welt und dem Leben antun. Denn angeblich schaffen wir auf diese Weise eine „alchemistische“, nämlich neue und viel bessere, „höhere“ und vollkommenere Welt, eine künstliche Welt, die nach dem Tod der Natur und dann sogar auf ewig endlich möglich sein soll.
Dieses Bild von Welt und Natur, Frau und Mann, Leben und Tod müssen wir so schnell wie möglich ändern. Zunächst ginge das dadurch, dass wir vom Glauben an die angeblichen Wunder abfallen und uns neu mit einer lebensfreundlichen, durch und durch irdischen Zivilisation befassen, in der Geist und Materie wieder als miteinander verbunden, nämlich als „Verbundenheit alles Seienden“ gesehen werden (vgl. Werlhof 2007b; Kap. Fühlen, Denken und Handeln in der „Verbundenheit alles Seienden“). Dazu braucht es ein völlig anderes Naturverhältnis, ein unhierarchisches Geschlechterverhältnis, endlich wieder herrschaftsfreie politische Verhältnisse und ein wieder achtsames Verhältnis zu den Generationen, also zur Zeit. Und auch das Verhältnis zum Transzendenten müsste eine völlig andere Form annehmen, nämlich statt einer patriarchal-monotheistischen eine erd-spirituelle (vgl. ebd.), in der die Würde des Lebens auf der Erde sowie diese selbst anerkannt werden.
Dahin ist noch ein weiter Weg, wenn er auch von vielen schon beschritten wird (s. Kumar 2007). Wir haben zunächst einmal damit zu tun, aus dem „circulus vitiosus“, dem Erbe der Gewalt in Form des „Krieg-Systems“ herauszutreten, damit es uns nicht immer wieder einholt, uns weiter verwundet, schwächt und krank macht, ja umbringt, und mit uns Tiere, Pflanzen und andere Lebewesen.
Ich habe dazu nichts anderes anzubieten, außer der Bereitschaft, die Ärmel hochzukrempeln, mich zusammen mit anderen an die Verbindung der Wunden zu machen und endlich damit aufzuhören, an dieses System zu glauben.
Literatur
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Werlhof, Claudia von (2007a): Alternativen zur neoliberalen Globalisierung oder die Globalisierung des Neoliberalismus und seine Folgen, Wien
Werlhof, Claudia von (2007b): „The Interconnectedness of All Being. A New Spirituality for a New Civilization“, in: Kumar, Corinne (Hg.in): Asking, we walk. The south as a new political imaginary, Bd. 2, Bangalore, S. 379-386
Werlhof, Claudia von (2007c):“Das Patriarchat als Utopie von einer mutterlosen Welt-Utopie, nein danke!“, in: Sitter-Liver, Beat (Hg.): Utopie heute. Zur aktuellen Bedeutung, Funktion und Kritik des utopischen Denkens und Vorstellens, Fribourg/Stuttgart, S. 423-455
Werlhof, Claudia von (2009): „The Utopia of a Motherless World. Patriarchy as War-System“, in: Göttner-Abendroth, Heide (Hg.in): Societies of Peace, Toronto, S. 29-44
Wittfogel, Karl (1977): Die Orientalische Despotie. Eine vergleichende Untersuchung totaler Macht, Frankfurt am Main
Wolf, Doris (1994): Was war vor den Pharaonen? Die Entdeckung der Urmütter Agyptens, Zürich
Überarbeiteter und ergänzter Einführungsvortrag zum Symposium „Gesundheit im Kontext struktureller und militärischer Gewalt – allgemeine und geschlechtsspezifische Aspekte“ am 16.6.2007 in der Medizinischen Hochschule Hannover